Wie viel Sonnencreme braucht dein Gesicht? Und reicht Make-up mit LSF?

How Much Sunscreen Should You Put on Your Face? (And Does Makeup With SPF Count?)

Kurz gesagt: so viel Sonnencreme braucht dein Gesicht

Wie viel Sonnencreme fürs Gesicht ist genug? Etwa ein Teelöffel für Gesicht und Hals, oder zwei Fingerlängen: je eine Linie Creme entlang von Zeige- und Mittelfinger. So empfehlen es die Deutsche Krebshilfe und der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Das ist mehr, als die meisten von uns auftragen. Und es wirft eine berechtigte Frage auf: Wenn Sonnencreme so viel braucht, was leistet dann der LSF in deinem Make-up? Ich beantworte dir beides, ehrlich und ohne Panikmache.

Warum die Menge über den Schutz entscheidet

Der LSF auf der Packung wird an Probandinnen und Probanden gemessen, mit 2 mg Produkt pro Quadratzentimeter Haut, nach der internationalen Norm ISO 24444. Das ist eine grosszügige Schicht, und die Zahl auf der Packung beschreibt, was die Formel genau bei dieser Menge leistet.

Jedes RoseKin-Produkt mit LSF wird von einem unabhängigen Labor in Italien an Probandinnen und Probanden getestet, nach denselben EU-Methoden (ISO 24444 für den LSF, ISO 24443 für UVA), auf die sich auch Dermatologen und Behörden stützen. Mehr dazu erfährst du auf unserer Seite zur Wissenschaft hinter RoseKin.

Trägst du weniger auf, bekommst du weniger Schutz, und zwar deutlich weniger. Laut Bundesamt für Strahlenschutz kann eine um die Hälfte verringerte Menge den Lichtschutzfaktor um zwei Drittel senken. Und im Alltag tragen viele von uns nur 20 bis 50 Prozent der Testmenge auf.

Die gute Nachricht: Der Schutz fällt nicht einfach weg. Er sinkt mit der Menge, und genau deshalb empfehlen Dermatologinnen und Dermatologen einen hohen LSF. Er gleicht einen Teil der dünneren Schicht aus, die wir im Alltag tatsächlich auftragen. Es zählen also zwei Dinge: so nah wie möglich an die volle Menge kommen und einen LSF wählen, der dir Spielraum lässt.

So misst du die richtige Menge ab

Niemand wiegt morgens seine Sonnencreme ab, und das musst du auch nicht. So kommst du ohne Waage nah an die richtige Sonnencreme-Menge fürs Gesicht:

  • Die Zwei-Finger-Regel. Drück eine Linie Sonnencreme entlang deines Zeigefingers und eine entlang deines Mittelfingers. Das reicht für Gesicht und Hals. Die Regel stammt aus der Neuner-Regel, die den Körper in neun Zonen teilt, mit Kopf und Hals als einer davon.
  • Der Teelöffel. Gib einmal einen Teelöffel Sonnencreme in deine Handfläche, damit du weisst, wie die Menge aussieht. So prüfst du auch deine Fingerlinien, denn die fallen je nach Tube unterschiedlich dick aus.
  • Zwei dünnere Schichten. Die volle Menge auf einmal fühlt sich oft nach viel an. Trag die Hälfte auf, verteile sie gleichmässig und gib dann den Rest dazu. Die zweite Schicht erwischt, was die erste verpasst hat.

Selbst die richtige Menge schützt nur die Haut, die sie erreicht. Diese Stellen werden am leichtesten vergessen:

  • Ohren, vorne und hinten
  • Hals und Nacken, vor allem seitlich
  • Haaransatz und Scheitel
  • Augenlider und die Haut rund um die Augen (hier sanft auftragen)
  • Nasenflügel und Kieferlinie

Schützt Make-up vor der Sonne?

Ohne LSF nicht, egal wie gut es deckt. Make-up als Sonnenschutz funktioniert nur mit LSF, und auch dann mit einem ehrlichen Haken.

Make-up mit LSF wird genau wie Sonnencreme getestet: an Probandinnen und Probanden, mit 2 mg pro Quadratzentimeter. Die Zahl auf der Packung zeigt also, was die Formel bei dieser Menge leistet. Nur trägt niemand Foundation so dick auf, es sähe aus wie eine Maske. Eine leichte Alltagsschicht schützt deshalb weniger, als der LSF auf der Packung angibt.

Ich habe das schon 2023 hier im Blog geschrieben: „Wir wissen, dass man 2 mg/cm² auftragen müsste, um den angegebenen Schutz zu erhalten. Bei Make-up mit LSF wäre dafür viel mehr nötig.“ Daran hat sich nichts geändert. Das ist kein Fehler eines einzelnen Produkts, sondern liegt daran, wie der LSF gemessen wird, bei Sonnencreme genauso wie bei Make-up.

Darum kannst du auch mit Make-up braun werden oder einen Sonnenbrand bekommen, wenn es keinen LSF enthält und darunter kein Sonnenschutz liegt.

Genau dieses Problem war der Grund, warum ich RoseKin gegründet habe. Ich habe die Produkte auf dem Markt ausprobiert, und keines war gut genug, um es jeden Tag unter dem Make-up zu tragen. Also habe ich mein erstes Produkt selbst entwickelt: unsere Liquid Foundation. Ich habe sie mit LSF 50+ formuliert, damit sie auch dann noch schützt, wenn du sie nicht dick aufträgst. 2019 ist daraus RoseKin entstanden.

In einer unabhängigen Studie in Italien (2021, ISO 24444) erreichte unsere Liquid Foundation bei 10 Probandinnen und Probanden einen LSF von 62,9, also über dem Wert von 60, der für die Angabe LSF 50+ nötig ist. Der UVA-Schutz (UVA-PF 25,5, ISO 24443, entspricht PA++++) liegt deutlich über dem EU-Mindestwert, darum darf das  UVA-Logo auch  auf der Packung stehen. Das Ergebnis gilt für alle drei Farbtöne.

Darum geht es beim hohen LSF: Weil eine dünnere Schicht weniger schützt, bleibt bei einem hohen LSF auch dünn aufgetragen mehr Schutz übrig als bei einem niedrigeren, der genauso dünn aufgetragen wird. Deshalb hat unser Make-up mit Lichtschutzfaktor durchgehend LSF 50+. Nicht, damit du den Sonnenschutz darunter weglassen kannst, sondern damit auch eine realistische Alltagsschicht dich so gut wie möglich schützt.

Was ein hoher LSF nicht kann: aus einer dünnen Schicht den vollen Schutz von LSF 50 machen. Das verspreche ich dir auch nicht.

So kommst du mit Make-up auf genug Schutz

Was heisst das jetzt für dich? Das hängt von deinem Tag ab.

Im Alltag

Der Weg zur Arbeit, Besorgungen, das Büro, der Spaziergang am Mittag. Genau dafür sind meine Produkte gemacht: Schutz, ohne dass du morgens stundenlang deine Haut vorbereiten musst.

  1. Starte mit einer grosszügigen Schicht Tagescreme mit Lichtschutzfaktor. Trag sie so grosszügig auf wie eine Sonnencreme, nicht wie einen Klecks Feuchtigkeitspflege. Unsere Hydrating Day Cream erreichte in einer unabhängigen Studie in Italien (2022, ISO 24444) bei 10 Teilnehmenden einen LSF von 32,5 und trägt das EU-UVA-Logo.
  2. Darüber Foundation mit LSF. Sie ist eine zweite Schutzschicht und hilft, Lücken in der ersten zu schliessen.
  3. Tagsüber mit Puder auffrischen. Unser Puder mit LSF legt sich über dein Make-up, ohne es zu verschmieren. Wie das genau geht, zeige ich dir in meinem Beitrag zu Puder über Sonnencreme.

Lange Tage draussen

Strand, Wanderung, Sport, Ferien. Meine Produkte sind Alltagsprodukte, kein Sport Sonnenschutz. An solchen Tagen trägst du zuerst die volle Menge einer Sonnencreme auf, die genau dafür gemacht ist. Dann frischst du den Schutz über den Tag auf, mindestens alle zwei Stunden und nach dem Baden.

Gut zu wissen: Lichtschutzfaktoren addieren sich nicht. LSF 30 unter LSF 50 ergibt nicht LSF 80. Mehrere Schichten helfen dir, die Haut lückenloser zu bedecken, aber sie erhöhen die Zahl nicht.

Welche Sonnencreme sich unter deinem Make-up gut macht und in welcher Reihenfolge alles aufgetragen wird, erkläre ich im Beitrag Sonnencreme unter Make-up.

Häufige Fehler

❌ Zu dünn auftragen. Ein Hauch Sonnencreme schützt deutlich weniger, als die Zahl auf der Packung verspricht.

❌ Nur die Mitte des Gesichts eincremen. Stirn, Wangen und Nase bekommen Creme, die Ränder gehen leer aus.

❌ Ohren, Hals und Haaransatz vergessen. Sie bekommen genauso viel Sonne ab wie dein Gesicht.

❌ Den Schutz wieder abreiben. Durch Hände im Gesicht, Abtupfen oder eine Maske geht im Laufe des Tages Schutz verloren.

❌ Sich nur auf die Foundation verlassen. Make-up mit LSF ist eine wertvolle zweite Schicht, aber du trägst es oftmals dünner auf als Sonnencreme.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Sonnencreme brauche ich für Gesicht und Hals?

Etwa einen Teelöffel oder zwei Fingerlängen. Für Ohren und Nacken darf es ruhig etwas mehr sein. Wenn du unsicher bist, nimm lieber etwas mehr als weniger.

Reicht eine Foundation mit LSF 50 als Sonnenschutz?

Als alleiniger Schutz meistens nicht, weil du sie viel dünner aufträgst als die Testmenge. Sie ist aber eine echte zweite Schicht. Im Alltag kombinierst du sie am besten mit einer Tagescreme oder Sonnencreme mit LSF darunter. Für lange Tage draussen gehört eine Sonnencreme dazu, die dafür gemacht ist.

Kann man trotz Make-up braun werden?

Ja. Make-up OHNE LSF ist kein verlässlicher UV-Schutz, und auch Make-up mit LSF schützt in einer dünnen Schicht weniger, als auf der Packung steht. Bräune ist die Reaktion deiner Haut auf UV-Strahlung, also ein Zeichen, dass UV durchkommt. Mit Sonnenschutz darunter und Make-up mit LSF darüber bist du im Alltag deutlich besser geschützt.

Wie viel Sonnencreme brauche ich für den ganzen Körper?

Erwachsene brauchen etwa vier gehäufte Esslöffel. Das entspricht der Testmenge von 2 mg pro Quadratzentimeter.

Mein Fazit

Die Zahl auf der Packung beschreibt die Testmenge, nicht die Menge, die du an einem hektischen Morgen aufträgst. Das ist kein Grund zur Sorge. Es ist ein Grund, grosszügig aufzutragen, sinnvoll zu kombinieren und einen LSF zu wählen, der dir auch im echten Leben Spielraum lässt.

Genau dafür habe ich RoseKin gegründet: Sonnenschutz, der in deinen Morgen passt, ohne stundenlange Vorbereitung.

Mit Liebe,

Jessica
Gründerin von RoseKin Cosmetics

Quellen

Die Angaben in diesem Artikel stützen sich auf:

  • Deutsche Krebshilfe, Gut geschützt vor UV-Strahlen: ein Teelöffel Sonnencreme für Gesicht, Nacken und Hals.
  • Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums, Sonnenschutz: Mehr als „nur“ Sonnencreme: die Zwei-Finger-Regel und die Neuner-Regel.
  • Bundesamt für Strahlenschutz, UV-Schutz durch Sonnencreme: wie stark der Schutz bei halber Menge sinkt, die Menge für den ganzen Körper und das Auffrischen alle zwei Stunden.
  • American Academy of Dermatology, Sunscreen FAQs: wie viel Sonnencreme die meisten tatsächlich auftragen und warum ein hoher LSF hilft.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch eine Dermatologin oder einen Arzt. RoseKin Produkte sind kosmetische Produkte; kein Produkt auf dieser Seite ist dazu bestimmt, eine medizinische Erkrankung zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.